Alles Schiller oder was ?

Das Nationaltheater in Mannheim  – schillert – gegen Extremismus !
Die Freiheit als Leitmotiv  von Intendant B.C Kosminski.
Im BNN Artikel von heute wurde angefĂĽhrt, dass im Jahr 1782 das schillernde 🙂  StĂĽck
die Räuber” uraufgefĂĽhrt wurde, der Epoche der Aufklärung und der Sturm und Drang Zeit.
Zentrales Thema laut Wikipedia :  Der  Konflikt zwischen Verstand und GefĂĽhl und das Verhältnis von Gesetz und Freiheit. Vier Zentrale Themen die irgendwie an das alte Faltkinderspiel : Himmel und Hölle erinnert ( falls das noch einer kennt).
Im Detail ist es der Krampf von ungleichen BrĂĽdern um Erbe , Elternpräferenz und Liebeskonkurrenz. Ganz alltägliche Dinge also. 
Aber es sind Sachen, die krank machen  können.

Aber nun zurĂĽck zu den 19. Internationalen Schillertagen in “Monem”
Auf den Plakaten sind die Counterfeit der fĂĽhrenden Politiker fĂĽr aktuelle populistische, extremistische
Politk abgebildet.   Donald T.,  Wladimir P. ,Recep  E.T  

nein – T.E.  und die französische  “Marine” – le P. abgebildet.
Gegen die politischen Strömungen wird mit Stücken wie
“Maria Stuart”-  von den MĂĽnchener Kammerspielen angespielt.
Das jetzt hier in KĂĽrze – ausser reduziert auf “Erb/ Kronenstreit” ist mir zu  kompliziert.
Naja, dann doch hier ein kleiner Kommentar aus der Seite der MĂĽnchener Kammerspiele.

Pressestimmen

“Und doch regieren in Andreas Kriegenburgs MĂĽnchner Inszenierung von MARIA STUART zuallererst nicht die Worte, sondern nichtausgesprochenene GefĂĽhle, nichtausgetauschte Blicke, nichtausgestandene Fehden. Man sollte meinen, so viel Nicht-Sichtbares, Nicht-Hörbares sei ein Unding fĂĽr ein Theaterpublikum – das ĂĽberraschende Gegenteil ist der Fall. Denn genau dort, wo das Drama zuweilen ausfranst, weil die Figuren nicht miteinander agieren, entsteht hier die unsichtbare dichte Dynamik einer kollektiven Hilflosigkeit. Alle sind ganz bei sich. Und der Zuschauer ist ganz bei ihnen.” (FAZ)

 

Weitere StĂĽcke sind 
“Second Exile”  von  Oliver Frljic  – Zitat aus der Seite – “Picbear.com”
„Freiheit ist eines der kompliziertesten und schönsten, aber auch umstrittensten menschlichen Ideale.“ In seinem Mikrokosmos fĂĽhlt sich Enes als ein freies Individuum, aber jedes Mal, wenn er es verlässt, fĂĽhlt er eine BĂĽrde von Verantwortlichkeit, Angst, Vorurteilen und Vorsicht. Als KĂĽnstler ist er immer auf der Suche nach einer Wahrheit, egal wie bitter diese manchmal ist. Er vergleicht es mit einem guten Glas Wein: „Es spielt keine Rolle, wie viel man schon getrunken hat, man will noch mehr…“ Enes Salković – geboren in Bosnien-Herzegowina – ist festes Ensemblemitglied am Bosnischen Nationaltheater Zenica. Als Darsteller  gastiert er im Rahmen der 19. Internationalen Schillertage am Nationaltheater Mannheim

Die Performance “Das Heuvolk” auf dem Areal des Benjamin Franklin Village
 von KĂĽnstlerduo Signa startet heute.
Zusammenfasssung des Berichts von Olivia Kaiser aus der Rnz.de

Die BFV ( Ami Siedlung ) wirkt  gespenstisch verlassen, die Natur nimmt immer mehr Besitz- etwa so?


von der Fläche. Hier soll sich eine fundamental-religiöse Sekte verschanzt haben. Hintergrundgeschichte von “Das Heuvolk”, von  Signa Köstler ihr Mann Arthur Köstler.

Geschichte:  ein ehemals dort stationiertes Mitglied der US Streitkräfte , der seine eigene Religionsgemeinschaft grĂĽndet und unbemerkt in die BFV einzieht.
Als er zum ersten Januar 17 ( was fĂĽr ein Datum)   verstirbt, mĂĽssen seine Gläubiger – ne quatsch – Gläubigen ganz  alleine klarkommen.
Es werden diverse Zimmer gezeigt, durch die das Publikum streunen (straynen) kann.
Beschrieben wird die Dekoration der Zimmer wie folgt :

Die Räume sind bombastische Schreine, die einen erschlagen, verwundern, faszinieren, abstoĂźen und beeindrucken – meist alles zur gleichen Zeit. Da ist ein Albtraum in Rosa und WeiĂź   der entweder wirkt wie das Zimmer eines kleinen Mädchens oder einer lieben Oma – lägen da nicht ĂĽberall tote Vögel auf dem Teppich. Durch eigene Interaktion der Zuschauer sollen diese, wenn ich es richtig verstanden habe , selber ein Bild von der Entwicklung und dem Sein der Gruppe machen. 

Da muss man erst mal drauf kommen …. !
Wer noch viel mehr wissen will – muss hingehen:  🙂   Monem –  Käfertal .
Die neue Variante davon heiĂźt wohl – eine Frau ändert ihr Leben um mit einem Wolf zu leben?

Ich glaube von diesem Drehbuch habe ich im Dezember schon mal gehört. Da ging es allerdings nicht um den Tod des SektenfĂĽhrers. Es ging drum ob er als Variante errettet werden könnte von einem Weg,  den er nicht mehr gehen wollte ! Und wenn er nicht gestorben ist….so heisst es im Märchen…..

 

Zur Ergänzung muss ich hier aber noch den Artikel aus dem Mannheimer Morgen, soweit lesbar mit
Bildern einfĂĽgen.   Jetzt verstehe ich den Ausdruck – “Albtraum in Rosa  und WeiĂź”
mehr als eine Braut  …….. die da so rumliegen.
Ăśberhaupt “Rosa “….
das habe ich doch letztens auch noch auf einem Grabstein gelesen, mit orangefarbenen Blitzen.
 Leute im Umfeld meinten , das sei wohl ein Grab fĂĽr ein Kind. …  ohne Spiegelinschrift…

  
Kopie aus der Kommentierung  des Mannheimer Morgen …

“Die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren!” denkt besonders der “Mitmach-Theater-Hasser” beim Betreten des ehemaligen Käfertaler US-Militärgeländes. Auch hier entspinnt sich eine “Göttliche Komödie”, auch hier droht die Hölle.
Zu Lachen gibt es wie bei Dante wenig: Der Pendelbus ist weg, sechs Stunden lang gilt man als Zuschauer unter religiösen Eiferern als Zugehöriger des “Heuvolks”.
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Hier ein weiterer Artikel  – von SWR 2 – 

19. Internationale Schillertage Mannheim | Das Heuvolk  – Die Welt geht unter

Ein Selbstversuch von Katharina Röben

Sechs Stunden im Bann einer Sekte. Bei den Schillertagen in Mannheim inszeniert das dänisch-österreichische Kollektiv SIGNA “Das Heuvolk”. Verlassene Räume werden belebt, ĂĽber 45 Performer empfangen den Besucher in ihrer spirituellen Gemeinschaft. Theater ohne die sichere Distanz, ganz nah und aufwĂĽhlend.

SchmerzerfĂĽlltes Schreien, feuchte Augen, Sabber läuft aus ihrem aufgerissenen Mund. Ihr in rote Farbe gehĂĽllter Körper bebt vor Schmerzen. Ich knie vor ihr, vor Maria Marena, einer Erdkerngöttin, die den Körper der Frau besetzt hat. Es riecht nach Nelken und Alkohol in diesem roten Raum voller falscher Rosen, dunklem Holz und Raubkatzendekoration. Während ihr Blick mich minutenlang durchdringt, komme ich langsam in diesem Szenario an, das SIGNA unter dem Titel “Das Heuvolk” geschaffen hat.

Kurz zuvor saß ich noch in einem Stadtrundfahrtbus vor dem Nationaltheater in Mannheim, mit der Ungewissheit ringend, was da wohl kommen möge. Der Bus brachte uns zum Benjamin Franklin Village, einer ehemaligen Wohnsiedlung der US-Streitkräfte. So gruselig wie in meiner Vorstellung war die Siedlung zwar nicht, doch als zwei in Jutesäcke gehüllte Gestalten neben dem Bus auftauchen, ist da wieder ein wenig Unsicherheit. Sie tragen Glocken mit sich, um die Trickster zu vertreiben, Geister die Missgeschicke verursachen, wie ich später lernen werde.

Reisegruppe Endzeit

“Himmelsschiff wir kommen” singen sie zu unserer BegrĂĽĂźung breit und bedächtig. Die Zeit des Zustroms habe begonnen. Die Himmelfahrer hätten sich jahrelang versteckt, jetzt haben sie uns erwartet, da ihr groĂźer Prophet Jake Wolcott unsere Ankunft vorhergesagt habe. Er sei Anfang des Jahres verstorben, vorgefahren, um das rettende Himmelsschiff fĂĽr den Untergang vorzubereiten. Während die gestriegelten Männer uns einweisen, beginne ich zu begreifen. Nicht diese Sekte nennt sich Heuvolk, nein, WIR sind das Heuvolk. Weil wir verbrennen, wenn “die Nacht ohne Morgen” kommt.

Am Anfang ist die SIGNA-Welt ach – nicht SIGMA ?  -immer etwas befremdlich, ich bin verunsichert, was ich darf und was nicht, nach welchen Regeln das Spiel sich verhält. Darauf muss man sich einlassen, erst dann wird eine SIGNA Performance besuchenswert.

Ich lasse mich hineinfallen, gehe von Zimmer zu Zimmer, um die abgedrehte Logik dieser Welt zu verstehen. In der Pearl Box, einem ranzigen Puppenhaus in Pastelltönen, reinige und pudere ich mich. Ich zucke zusammen, als fremde Hände meine Füße waschen. Das fühlt sich unangenehm nah an, aber ich bin dankbar für das kalte Wasser, es ist viel zu warm hier drin.

Eiern wir die Dystopie! ( eine in die Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang )

In der Schule der Himmelfahrer beten wir zum vollkommenen Jake. Wir halten uns an den Händen, raunen die Zeilen wie bei einem Vaterunser. Ich bin skeptisch, frage mich wie Jake es geschafft hat, jeden einzelnen von seinen Theorien zu ĂĽberzeugen. Wulf Wolcott, ein Bruder mit Verkäuferlächeln erklärt mir, dass Jake immer so elegant, so verdammt erfrischend elegant war. Kurz darauf finde ich mich in einer VertrauensĂĽbung wieder, plötzlich schreie ich mit den anderen im Chor “Ja, ich vertraue Jake!”.  Von einem Hocker auf der Gebetsbank aus lasse ich mich rĂĽckwärts fallen, Himmelfahrer und verunsicherte Besucher fangen mich auf. Und ich kann mir ein breites Grinsen nicht verkneifen.

Kurz darauf stehe ich im Flur und schlage mir Brennnesseln auf den Unterarm. Es ziept und brennt. Aber immerhin habe ich die Prüfung bestanden. Und dann gackere ich wie ein Huhn, weil Signa Köstler in ihrer Rolle als Dianne Wolcott im durchsichtigen rosa Spitzenkleid das verlangt. Es ist notwendig, damit die Erdkerngöttin Fever Lady sich manifestieren kann. Fieber, oh ja, ich schwitze, es ist so unsagbar heiß.

Wenig später krĂĽmmt sich Dianne vor Schmerzen, windet sich in den Seilen, die von der Decke hängen. Sie kreischt, stĂĽrzt vom Bett aus auf mich zu, ich weiche zurĂĽck, bis ich nicht mehr weiter kann. “Du darfst sie nicht berĂĽhren”, erinnere ich mich an die Worte eines schĂĽchternen Himmelfahrers. Ich weiĂź auch nicht, warum ich auf ihn höre.

Wahnsinn ist ansteckend!

Immer wieder fĂĽhle ich mich an “Söhne & Söhne”, eine SIGNA Performance von 2015, erinnert. Dramaturgisch sind sie sich ähnlich: auch damals liefen die Handlungen in den Zimmern nach den immer gleichen Mustern ab, und auch damals stand am Ende eine Art Initiationsritual.
Einige werden noch heute Nacht zu den Himmelfahrern ĂĽbertreten. Wir aber fahren zurĂĽck. Wir werden brennen.  – aber nicht in der Franklin Village.

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HIer mal den Link  zu den Kino – Räubern ….

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